- Klarheit schaffen!

 

Körperfremde, künstliche Materialien bergen grundsätzlich immer gesundheitliche Gefahren, weil sie vom Organismus nicht vertragen werden können.

Durch zunehmenden Kontakt mit verschiedensten Materialien im privaten und beruflichen Bereich treten immer häufig Sensibilisierungen auf. Jeder weiß mittlerweile, dass Modeschmuck Allergien auslösen kann.

Wie sieht es aber mit Zahnersatzmaterialien aus?

Zahnersatzmaterialien stellen eine Sonderform dar, denn sie verweilen rund um die Uhr - 24 x 365 Stunden im Jahr - im Mund! Nachvollziehbar, dass eine so lange Kontaktzeit auch hier zu einer Sensibilisierung führen kann.

Wie kann ich dies vermeiden?

Lassen Sie das geplante Zahnersatzmaterial auf Verträglichkeit testen! Eine bereits bestehende Sensibilisierung kann so im Vorfeld erkannt werden.

Welche Arten von Unverträglichkeiten gibt es?

Prinzipiell werden verschiedene Formen einer Materialunverträglichkeit unterschieden. Es gibt allergische und nicht-allergische (= toxische) Unverträglichkeiten.

Bei einer Allergie löst eine sehr geringe Menge eine Reaktion des Körpers aus. Dies kann eine Sofortreaktion (Allergietyp I - Heuschnupfen, allergisches Asthma etc. mit Symptomen wie Juckreiz, Hautausschlag, Schmerz, Schwellung bis hin zur Atemnot) oder eine Spätreaktion (Allergietyp IV - Kontaktallergie u.a. auf Nickel mit Symptomen wie Juckreiz, Hautauschlag, Schmerz, Schwellung bis hin zu grippeähnlichen Allgemeinsymptomen) bewirken. Diese Reaktionen des Körpers sind Teil seiner Immunantwort, mit dem Ziel, alle eingedrungenen Fremdantigene zu vernichten.

Im Gegenzug zur Allergie benötigt eine toxische Unverträglichkeit eine bestimmte Schwellendosis, bevor negative Auswirkungen auf den Körper in Form einer chronischen Entzündung entstehen, denn bekanntlich „macht die Dosis das Gift!“. Relevantes toxisches Potential haben in der Zahnmedizin neben den hochtoxischen Schwermetallen wie Quecksilber auch „normale“ Zahnmetalllegierungen und Kunstoffmonomere.

Welche Testverfahren zur Sensibilisierungsbestimmung gibt es?

Lymphozytentransformationstest (LTT)

Die Lymphozyten, eine Teilgruppe der weißen Blutkörperchen, sind für die spezifische Immunabwehr verantwortlich. Sie speichern in ihrem „Gedächtnis“ bereits bekämpfte Erreger ab und können daher bei erneuter Infektion wesentlich schneller reagieren. Jede Impfung beruht auf diesem Prinzip.

Bei Allergien vom Spättyp (Allergietyp IV) gehen die Lymphozyten gegen eigentlich harmlose Bestandteile los.

Anhand einer Blutprobe wird im Labor ausgetestet, ob die Lymphozyten auf Metalle, dentale Kunststoffe, Zemente oder Wurzelfüllmaterial reagieren. Wenn ja, besteht eine Sensibilisierung auf diesen Werkstoff.

Basophilen-Degranulationstest (BDT)

Allergien vom Soforttyp (Allergietyp I) werden durch den Basophilen-Degranulationstest (BDT) überprüft. Dieser ist angebracht, wenn eine Allergie auf Kunststoffe, zahnärztliche Klebstoffe, Medikamente (wie Antibiotika) oder Betäubungsmittel ausgeschlossen werden soll. Auch hier wird die Untersuchung ohne Belastung Ihres Körpers im Labor anhand einer Blutprobe vorgenommen.

Titanstimulationstest – Titanimplantate, aber Safety first!

Implantate sind ein Fremdmaterial, das in den Kieferknochen eingesetzt wird. In der Regel wird Titan von den meisten Patienten gut vertragen und klassische Allergien sind in der Fachliteratur kaum beschrieben.

Dennoch können sich kleine Titanoxidpartikel von der Oberfläche eines Implantats lösen, wodurch eine Entzündungsreaktion entstehen kann. In solchen Fällen besteht die Gefahr, das Implantat durch eine anhaltende, unkontrollierte Immunreaktion des Körpers zu verlieren. Auch hier kann die moderne Labordiagnostik bereits im Vorfeld die Reaktionsbereitschaft Ihres Körpers auf Titan untersuchen.

Falls Sie Titan als Werkstoff nicht vertragen, kann auf Implantate aus Zirkondioxidkeramik ausgewichen werden.

 

Gibt es auch Testverfahren, mit denen Metallbelastungen aufgespürt werden können?

Zur Bestimmung einer Metalltoxizität gibt es spezielle Testverfahren.

Warum verwenden wir keinen Epikutan- oder Pricktests?

Diese seit etwa 50 Jahren angewandten Allergietests weisen ein paar Schwachstellen auf, weshalb wir diese nicht empfehlen können:

  • Aussetzung des Patienten einer potentiell für Ihn gefährlichen Substanz
  • Gefahr der Erstsensibilisierung durch den Allergietest
  • Abhängigkeit des Testergebnisses von der Hautbeschaffenheit
  • subjektive Testablesung durch nur eine Person

 

Eine durch ein zertifiziertes Labor durchgeführter Bluttest bietet viele Vorteile:

  • keine Gesundheitsbelastung oder -gefährdung des Patienten
  • verlässliche, reproduzierbare Resultate durch objektive, computergestützte Auswertung

„Nichts in der Welt ist so ansteckend wie Gelächter und gute Laune.“

Charles Dickens